Bedingungsloses Grundeinkommen – Modelle

Unter einem bedingungslosen Grundeinkommen versteht man einen monatlichen Mindestbetrag, der jeder Person einer Gesellschaft zusteht und zwar unabhängig davon ob, was und wie viel diese arbeitet, sowie ob überhaupt ein Bedarf besteht. Dieser Betrag würde vom Staat ausgezahlt werden. Mehr oder weniger konkrete Pläne für den Test eines solchen Systems finden bisher nur in Finnland und der Schweiz statt.

Seit einiger Zeit erheben sich aber auch in vielen anderen Ländern, darunter Deutschland, einige Stimmen, die die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens fordern. Darüber, wie genau ein solches System auszusehen hat, um in der Realität funktionsfähig zu sein, ist jedoch noch keinerlei Einigkeit eingetreten. Einige Vorschläge für mögliche Modelle gibt es aber bereits.

Das Solidarische Bürgergeld

Dieses Modell wurde von Thomas Straubhaar (Ökonom an der Universität Hamburg) und Dieter Althaus (Thüringer Ministerpräsident) entworfen. Es soll der Überlastung unseres aktuellen Systems durch die Überalterung der deutschen Gesellschaft vorbeugen.
Vorgesehen sind ein bedingungsloser monatlicher Betrag von 800 Euro für Erwachsene und 500 Euro für Kinder. Davon sind jeweils 200 Euro als Zahlung an die private Krankenkasse vorgesehen. Finanziert werden soll dies durch die Abschaffung aller staatlichen Sozialleistungen, wie zum Beispiel der Krankenkasse und Arbeitslosengeld II. Zudem wird eine Einkommenssteuer von 50 Prozent bei Nettoempfängern, bzw. 25 Prozent bei Nettozahlern erhoben. Zudem soll auch noch der Arbeitsmarkt vollständig dereguliert und individuellen Absprachen innerhalb der Betriebe überlassen werden.

Emanzipatorisches Grundeinkommen

Bei diesem Modell handelt es sich um einen Vorschlag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Partei DIE LINKE. Hierbei ist die Höhe des monatlich ausgezahlten Betrages abhängig vom gesamten Umsatz der Bevölkerung innerhalb eines Jahres. Die Hälfte davon soll gleichmäßig als bedingungsloses Grundeinkommen unter allen Bevölkerungsmitgliedern verteilt werden. Dabei kann mit rund 1000 Euro für Erwachsene und 550 Euro für Kinder gerechnet werden. Die Grenze stellt hier das Erreichen des 16. Lebensjahres dar. Zum Zwecke der Finanzierung sind eine Erhöhung der Vermögenssteuer und Steuer auf hohes Einkommen, eine Grundeinkommensabgabe, Bürokratieabbau und der Ersatz einiger herkömmlicher Sozialleistungen, wie zum Beispiel des Kindergeldes geplant. Der Staat bietet allerdings weiterhin eine großzügige und solidarische Absicherung für Kranke, Alte etc. Des Weiteren soll von staatlicher Seite mehr in den Arbeitsmarkt eingegriffen werden und die Bedingungen zu Gunsten des Arbeitnehmers geändert werden.

Grötz Werners Modell

Bei Grötz Werner handelt es sich um den Gründer der Drogeriemarkt-Kette DM. Gemeinsam mit Benediktus Hardorp (Steuerberater) hat er diesen Systemvorschlag entwickelt, bei dem Konsum anstelle von Einkommen besteuert werden soll. Um weiterhin ein Existenzminimum für jeden gewährleisten zu können, soll gleichzeitig ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden. Es soll die staatliche Sozialversicherung vollständig ersetzen und sich auf ca. 1000 Euro belaufen. Der genaue Betrag steht allerdings bei weitem noch nicht fest.

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