Der Weihnachstmann und wie er zum Mythos der Coca Cola Werbung wurde

Wer ist eigentlich der freundliche, ältere Herr, der jedes Jahr zu Weihnachten wiederkehrt. So kennt ihn jeder, den weißhaarigen Opa mit seinem Rauschebart und dem roten Mantel, doch wie wurde er zum Symbol von Weihnachten und was hat ein braunes Getränk damit zu tun. Viele behaupten, Coca Cola habe den Weihnachtsmann erfunden, doch stimmt dies wirklich? Denn eigentlich stammt Santa Claus nicht aus Amerika und die Amerikaner haben nur einen Brauch aus Europa übernommen und diesen populär gemacht.

Woher kommt der nette, ältere Herr im roten Mantel

Die Geschichte reicht weit zurück in die Jahre zwischen 200 und 400 nach Christus. Seinerzeit wurde im Gebiet der heutigen Türkei zwischen den Jahren 270 und 286 Nikolaus von Myra geboren, der an einem 6. Dezember verstarb, auch hier ist das Sterbejahr nicht genau belegt. Noch heute feiert das Christentum den Namenstag am 6. Dezember eines jeden Jahres. Doch hierbei handelt es sich in der Tat nicht um den Weihnachtsmann, den wir heute kennen. Denn Nikolaus von Myra war ein Bischof und trug daher einen langen Mantel und eine Bischofsmütze. In den Niederlanden wurde und wird er bis heute als Sinterklaas, dem heiligen Klaus, verehrt. Aber hier kommen wir nun der Sache schon näher, wie aus dem Nikolaus der Weihnachtsmann wurde und es sich heute um zwei verschiedene Personen handelt.

Mit den Niederländern nach Amerika eingereist

Im 17. Jahrhundert wanderten auch Niederländer von Europa nach Amerika aus, weil sie sich hier ein besseres Leben versprachen. Mit im Gepäck hatten sie natürlich auch ihren Weihnachtsbrauch, den Sinterklaas. Dieser wurde nun auch hier ein Symbol für Weihnachten im Niew Amsterdam. Bei dieser Stadt handelt es sich um das heutige New York. Und so wurde im Laufe der Geschichte aus dem niederländischen Sinterklaas der amerikanische Santa Claus, der den Kindern die Geschenke an Weihnachten brachte.

Das Aussehen war nicht immer gleich

Sah der europäische christliche Nikolaus von Myra auf den Bildern und in den Vorstellungen der Gläubigen eigentlich immer gleich aus, mit langem Mantel und Bischhofsmütze, so war man sich beim Sinterklaas und dem amerikanischen Santa Claus nicht immer einig, wie dieser aussehen sollte. So wurde er mal rundlich als Kobold oder Elf dargestellt, oder auch als bärtiger, älterer Mann. Auch an den Schriftstellern ging die Geschichte des Santa Claus nicht einfach so vorbei, so wurde er im Buch „A History of New York bei Diedrich Knickerbocker“ von Washington Irving als Mann dargestellt, der eine riesige Kniehose und einen tiefen breitkrämpigen Hut trug und an einer langen Pfeife zog. Der heutige niederländische Sinterklaas hat sich an den amerikanischen Weihnachtsmann angepasst, denn er trägt einen roten Mantel, weiße Haare und einen weißen Rauschebart. Die Bischhofsmütze des Nikolaus von Myra trägt er jedoch auch bis heute.

Der Weihnachtsmann stand von Anfang an für das Gute

Doch egal wie der Weihnachtsmann auch aussah, ob als Hut-Träger oder auch als dicklicher und rundlicher Kobold oder Elf und auch welchen Namen er hatte, Nikolaus, Sinterklaas oder auch Santa Claus, eins war immer klar. Alle diese Figuren waren einzig und allein dafür da, Gutes zu tun an Weihnachten. Das Santa Claus Geschenke an Weihnachten verteilt, ist wieder auf die alte Geschichte des Nikolaus von Myra zurückzuführen, der dafür bekannt war, armen Menschen zu helfen. So soll er drei Frauen vor der Prostitution bewahrt haben, indem er Ihnen je einen großen Goldklumpen als Mitgift durch Ihre Fenster warf.

So war hier bereits der Gedanke der Geschenke durch einen Mann geboren, der diese heimlich in die Wohnungen der Menschen bringt. Mit den Jahren wurde diese Geschichte immer mehr ausgefeilt, bis schließlich der Weihnachtsmann mit einem Sack bepackt durch die Kamine in die Wohnungen der Menschen gelangt und dort ungesehen seine Geschenke verteilen kann. So entstand das Sinterklaasfest und auch das Fest des heiligen Nikolaus im Mittelalter. Zur dieser Zeit wurde die Gelegenheit genutzt, Geld in die Schuhe zu stecken. Daher stellen heute noch die Kinder in Europa ihre Schuhe nach draußen, um in der Nikolausnacht vom 5. auf den 6. Dezember ein Geschenk hierin zu finden.

Wie wurde der Weihnachtsmann aber nun zum Symbol von Coca Cola?

Die Coca Cola Company war schon immer auf der Suche nach verschiedenen Weihnachtsfiguren, die sich gut als Werbeträger machen würden. So feierte Santa Claus im Jahr 1920 seine Werbepremiere für Coca Cola an Weihnachten. Doch er wurde als strenger älterer Herr dargestellt und konnte die Massen damals so nicht begeistern. Im Jahr 1930 folgte sein Nachfolger, doch auch dieser schaffte seinerzeit den Durchbruch nicht. Der damalige Weihnachtsbotschafter auf dem Bild trank, umringt von einer Menschenmenge in einem Kaufhaus, eine Coke. Aber auch das war damals noch nicht das Gelbe vom Ei. Die Werbemacher der Coca Cola Company ließen sich hiervon jedoch nicht entmutigen und schafften im Jahr 1931 die Figur des Santa Claus, wie sie auch heute noch bekannt ist. Zuständig hierfür war der Grafiker und Cartoonist Haddon Sundblom, der den freundlichen, weißbärtigen und -haarigen älteren Mann schuf und ihn in den typischen Coke-Farben rot-weiß einkleidete. Ein Zufall wie Freispiele.

Ein echter Mensch stand Modell

Für den ersten Santa Claus hatte Sundblom seinen langjährigen Freund und pensionierten Verkäufer von Coca-Cola, Lou Prentiss als Modell. Zudem half dem Zeichner auch das Gedicht „A Visit from St. Nicholas“ aus dem Jahr 1822 von dem Dichter Clement Clark Moore, sich seinen Coca-Cola Weihnachtsmann vorzustellen und zu schaffen. Die Farbe rot des Mantels rührt hierbei nicht nur aus den Farben der Marke, sondern im Gedicht war die Rede von einem gutmütigen und fröhlichen Mann in einem roten Mantel. So kamen viele Faktoren zusammen, um den Weihnachtsmann wie wir ihn heute kennen zu schaffen.

Die Begleitung war nur von kurzer Dauer

Eine Zeitlang, zwischen den 40ziger und 50ziger Jahren hatte der fröhliche Weihnachtsmann, der nun nicht mehr aus der Weihnachtszeit wegzudenken war, auch einen Begleiter. Hierbei handelte es sich um einen kleinen Kobold namens Sprite-Boy, der jedoch mit dem Getränk nichts zu tun hatte, da dieses erst später auf den Markt kam. Doch an den Sprite-Boy erinnert sich kaum jemand, den gutmütigen Weihnachtsmann in seinem roten Mantel mit den roten Wangen, die von einem weißen Bart umrandet werden, kann sich niemand mehr an Weihnachten wegdenken.

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